Frieda Goralewski und Moshe Feldenkrais:
Gemeinsamkeiten und Unterschiede


Das "Wie" einer Bewegung

Wichtig ist beiden Lehrern die Frage nach der Art und Weise, wie eine Bewegung ausgeführt wird. Jede Bewegung sollte bewusst und achtsam geschehen. Sie sollte "neu" sein, nicht bloßes Wiederholen des Bekannten, sie sollte ohne Mühe geschehen und mit der Zeit lockerer und leichter werden.

"Wer" soll angesprochen werden?

Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie mit ihrer Arbeit alle Menschen erreichen wollen. Voraussetzung ist, dass derjenige, der eine Gruppenstunde besucht, über die Sprache erreichbar ist und die Anweisungen verstehen kann. Es ist nicht wichtig, welchen Beruf jemand ausübt und wie alt er oder sie ist. Es gibt kaum Vorgaben, über welche körperlichen Fähigkeiten jemand verfügen sollte. Auch Menschen mit Lähmungen können durch diese, den ganzen Körper einbeziehende Arbeit, ihre Bewegungen verbessern.

"Was" für Bewegungen?

Unterschiedlich ist, dass die Feldenkrais-Stunden einer Art Programm folgen. Sie werden "Lektionen" genannt, sind strukturiert und orientieren sich an der Bewegungsentwicklung eines Kindes. Komplexe Bewegungsabläufe werden teilweise in kleine, überschaubare Handlungsschritte gegliedert, die sehr ungewohnt sein können. Bei Gora kommen die Bewegungen aus dem Alltag, sind bekannt und werden hier völlig neu erlebt. Der Ablauf einer Stunde ist sehr spontan und folgt den Bedürfnissen der Teilnehmer/innen.

Welche Ideen stehen dahinter?

Während Feldenkrais das handelnde, eingreifende Subjekt in den Vordergrund stellt, sieht Gora den Menschen als ein Wesen, das sich bewusst den ordnenden Kräften des Lebens überlassen sollte. Für Feldenkrais sind Menschen "Lernende" für Gora "Suchende". Sehr verkürzt lässt sich die Feldenkrais-Methode als strukturiert - verstandesmäßig, die Gora-Arbeit als intuitiv - gefühlsmäßig beschreiben.

Die Feldenkrais-Methode ähnelt in ihrer praktischen Ausführung eher einem wissenschaftlichen Experimentierfeld, in dem Bewegung probiert, gedacht und geplant wird. Die Umwelt tritt in den Hintergrund. Die Praxis bei Gora betont den Menschen in seiner Umwelt, verbunden mit der Erde und im lebendigen Kontakt mit Menschen und Dingen. In diesem "Feld" wird Bewegung erlebt und beobachtet.