Über die Arbeit von Frieda Goralewski (Gindler-Arbeit)

Körperarbeit oder Lebendigsein als Philosophie?

"Das Vielerlei macht es nicht. Die Sorgfalt im Einzelnen, die macht es."
(Frieda Goralewski)

Feinfühligkeit und Lebendigkeit sind die Schlüsselworte für diese Arbeit. Es kommt darauf an, dass wir uns wirklich spüren und alle Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist, das wahrzunehmen, was wir empfinden. Wir erleben uns als menschliche Wesen, die in Verbindung stehen mit den Kräften der Erde: der Körper, der von der Erde angezogen wird, der umgeben ist von der Luft, die wir atmen, der zu einem großen Teil aus Wasser besteht und dessen Wärmehaushalt stets ausgeglichen sein muss. Wir brauchen und bestehen gleichzeitig aus den Elementen der Erde. Wie bewegen wir uns in diesem Kräftefeld? Was heißt, sich den Kräften zu überlassen, überlassen zu müssen? Was ist Gleichgewicht? In den verschiedensten Bewegungen und Situationen, die mehr oder weniger aus dem Alltag kommen, werden wir uns dieser Kräfte bewusst. Es geht darum, alles unmittelbar und neu und nichts automatisch zu tun.

Was lernen? Was tun?

"Wir machen hier keine Übungen, auch nicht mit dem Atem. Es atmet. Wir beobachten nur. Unser Körper, wenn wir ihn ließen, weiß besser als der Kopf, was wir brauchen."
(Frieda Goralewski)

Wir lernen, dass es nicht viel zu tun gibt und wir mehr geschehen lassen und uns dessen bewusst werden sollten. Durch diese Erfahrung, dass vieles von selbst geschieht, wächst das Vertrauen in die Kräfte, die im "Innen" und "Außen" wirken. Wir lernen, dass wir diese "Selbstheilungskräfte" unterstützen, leider aber auch stören können und wodurch das geschieht.

Was ist das Besondere an dieser Arbeit?

"Wenn wir den Körper nicht dauernd stören und an ihm herum dirigieren, kann er fast alles von selbst, weil er keineswegs dümmer ist als wir."
(Frieda Goralewski)

Gora (Frieda Goralewski) nannte das, was sie unterrichtete "Turnen". Eine Bezeichnung, die zunächst irritiert. Aber sie drückt aus, dass sich ihre Arbeit nicht auf eine bestimmte Methode oder ein fixiertes Programm festlegen lässt. Sie veranschaulicht aber auch die Einfachheit und Leichtigkeit ihrer Arbeit, deren geistige, seelische und körperliche Wirkung überraschend ist. Die "Gora-Arbeit" hilft, wie wir an jedem Ort und zu jeder Zeit, unser Lebendigsein erfahren können.

Wie können wir den heilenden Kräften der Natur vertrauen? (Zum Beispiel bei Rückenschmerzen)

Wir erfahren, wie sich die Wirbelsäule durch "Loslassen" aufrichtet. Das eigene Körpergewicht zu spüren und der Anziehungskraft der Erde zu überlassen ist das wirksamste Mittel gegen Verengungen und Ungleichgewicht im Körper. Gora hat das einmal an einem einfachen Beispiel demonstriert: Sie band eine Holzkeule an ein Seil und ließ diese zusammen schwingen. Das Seil dehnte sich natürlich auf eine ganz lockere, mühelose Weise. Genauso geschieht es mit der Wirbelsäule durch das Gewicht von Becken und Beinen. Wir können spüren, dass in allen unseren Organen, Muskeln, Knochen, Gelenken, allem Lebendigen in uns mehr Raum gegeben wird und erleben das als Ausdruck von Weite und Offenheit in Körper, Seele und Geist.

Was ist das Herzstück dieser Arbeit?

Wir suchen immer den Körper und das Lebendigsein mit Aufmerksamkeit und Hingabe, so als wäre es das allererste Mal.