Meine Arbeit

Der Raum

Der Ablauf meiner Stunden folgt in den meisten Fällen dem Verlauf von Feldenkrais-Lektionen.

Ich lege jedoch - wie ich es von Frieda Goralewski gelernt habe - sehr viel Wert auf das "Spüren" und auf den Prozess der Wahrnehmung, wie sich in dieser "spürenden Stille" Bewegung entfaltet.

Wir beobachten, wie sich der Körper anfühlt und sich bewegt, wenn wir uns wirklich der Anziehungskraft der Erde überlassen. Wie anders empfinden wir das im Gegensatz zu unserer Erfahrung, uns selbst halten zu müssen? So werden die Bewegungen leichter und die Aufrichtung einfacher. Unzweckmäßige Spannungen können losgelassen werden. Die Anstrengung wird weniger, während die Aufmerksamkeit, Durchlässigkeit und Feinfühligkeit wächst.

Die Lektionen - die Struktur der Feldenkrais-Methode - bieten auch unserem Verstand Raum und Halt. Sie erlauben dem Denken, fordern es geradezu auf, Handlungen zu erkennen, zu planen, zu analysieren und gegebenenfalls zu verändern.

Von der Feldenkrais-Methode lernen wir, planvoll zu experimentieren; von Gora lernen wir auf die Signale des Körpers zu lauschen und zu handeln.

Beide Fähigkeiten sind hilfreich und sinnvoll, um sich besser kennenzulernen. Wir können entscheiden, welche für uns wann, wo und wie hilfreich und sinnvoll ist.

"Ich erlebe jedes Mal eine große Leichtigkeit und habe für mehrere Tage eine Nachwirkung auf mein ganzes Tun. Ich fühle mich nicht so anfechtbar. Es gefällt mir, dass die Bewegungen langsam und stressfrei gemacht werden sollen. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, dass ich mit so wenig Bewegung so viel erreichen kann." (El.)

Ich möchte an dieser Stelle ein Beispiel geben, wie sich der Verlauf einer Feldenkrais-Lektion im Sinne der Gora-Arbeit erweitern lässt:

Die Stunde beginnt mit einer einfachen Armbewegung und im Verlauf soll diese Bewegung differenzierter werden, indem die Beteiligung anderer Körperregionen in die Aufmerksamkeit einbezogen wird: z. B. wie bewegt sich der Kopf im Zusammenhang mit der Armbewegung oder wie fühlt sich letztere an, wenn der Kopf oder der Brustkorb in die entgegengesetzte Richtung gedreht wird. Diese Versuche eröffnen dem Nervensystem die Möglichkeit, die ursprüngliche Bewegung zu verbessern. Dieser Aspekt ist ein Element einer Feldenkrais-Lektion. Wenn man sich nun einen kleinen Gegenstand in die Hand legt und die Aufmerksamkeit auf das Spüren richtet, kann sich die Empfindungsfähigkeit des Arms sehr stark verändern. Man kann fragen, wie wirkt sich dieses kleine Gewicht auf die Gesamtbewegung des Körpers aus, was teilt der Gegenstand mir mit, wie überlässt er sich mir oder ich mich ihm? Wie lebendig fühlt sich dieser Kontakt an? Das ist ein Element der Gora-Arbeit.

Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den Kontakt mit der Umwelt und das Reagieren auf Veränderungen. Kehren wir zum ursprünglichen Bewegungsablauf zurück, wird dieser differenzierter sein als zuvor.